Erannis defoliaria

(Clerck, 1759)

Grosser Frostspanner

(Mottled Umber)

 

Geometridae: Ennominae

(Spanner)

 

 

Flügelspannweite: Männchen: 30 - 40 mm (Das Weibchen hat nur zu Stummeln zurückgebildete Flügelchen, welche weniger als 1 mm (!) lang sind.)

 

Raupe: Die erwachsene Raupe ist in der Farbe sehr variabel. Sie ist auf dem Rücken von blass bis dunkel rotbraun gefleckt, auf den Seiten gelb und besitzt um die Stigmen rotbraune Flecken. Über den Stigmen verläuft eine feine, schwarze Längslinie. Die Raupe wird bis 32 mm lang. Sie schlüpft im April oder Mai. Bei einer Massenvermehrung kann es zu Kahlfrass an den Bäumen kommen.

  

Ei: Die Eier werden im Dezember in Rindenritzen abgelegt.

 

Puppe: Die Verpuppung findet im Juni in einem lockeren Gespinst am Boden statt.

 

Überwinterung: als Ei

 

Nahrungspflanzen der Raupe: Carpinus betulus (Hainbuche), Quercus robur (Stieleiche), Betula pendula (Hängebirke), Prunus spinosa (Schlehe), Crataegus monogyna (Weissdorn), Malus domestica (Apfelbaum).

Ich fand auch je eine Raupe an Corylus avellana und Tilia cordata.

 

 

Wissenswertes:

Flugzeit Mitte September - Mitte Dezember (Die Falter erscheinen meist erst nach den ersten Nachtfrösten.)

1 Generation

Falter dämmerungs- und nachtaktiv, sehr variables Aussehen, siehe hiezu Text auf der Seite unten.

 

Da Erannis defoliaria und Agriopis aurantiaria oft verdunkelte Formen aufweisen, ist eine Unterscheidung oftmals schwierig. Die Hinterflügeloberseite bietet hier eine gute Vergleichsansicht. Bei Agriopis aurantiaria ist die Hinterflügeloberseite mit einer Mittellinie versehen. Bei Erannis defoliaria mit einem Punkt.

 

Erannis defoliaria                              Agriopis aurantiaria >

 

Anmerkungen zum Aussehen der Falter von Erannis defoliaria

Die Falter von Erannis defoliaria sind ausserordentlich variabel. Es handelt sich hier um sogenannte infrasubspezifische Formen, wovon in Leraut Bd.2 Moths of Europe folgende erwähnt werden:

Erannis defoliaria

- f. lutescens Leraut, f. nov,

normale Form, jedoch Grundfarbe der Vorderflügel leuchtend ocker anstatt weiss, Linien dunkelbraun. 

- f. trifasciata Schawerda, 1914

Querlinien vorhanden jedoch mit einer Mittellinie dazwischen. 

- f. costafumata Leraut, f. nov. (type)

wie ustulata, jedoch heller und vor allem im Kostalbereich verschleiert.

- f. ustulata Leraut, f. nov. (type)

Normale Form, jedoch Vorderflügel-Aussenrand grau-braun verschleiert.

- f. decorata Leraut, f. nov. (type)

 der Vorderflügel wie fuscosignata, jedoch auf der Hinterflügel-Oberseite eine graue Postmediallinie.

- f. fuscosignata Heinrich, 1916

Hintergrundfarbe der Vorderflügel normal, Querlinien braun.

- f. obscura Helfer, 1896

Hintergrundfarbe der Vorderflügel normal, Querlinien schwarzbraun. 

- f. obscuratafasciata Lempke, 1953

Vorderflügel-Hintergrundfarbe dunkelbraun mit unterschiedlich dunkelbraunen Linien.

- f. progressiva Haverkampf, 1906

Flügelhintergrund dunkelbraun mit schwarzen Linien.

- f. destrigata Gornik, 1932

Ohne Querlinien

- f. depuncta Lempke, 1953

Vorderflügel-Diskalpunkt nicht vorhanden.

- f. deumbrata Lempke, 1953

Auf der Vorderflügeloberseite kann die braune Linie komplett fehlen.

- f. albescens Schawerda, 1914

Weissliche Form mit extrem bleichen Markierungen.

- f. crocinea Leraut, f. nov. (type)

Ohne Querlinien, Vorderflügel-Hintergrund, Kopf und Thorax safrangelb

- f. unistrigata

Ohne Basallinie

- f. brunnescens Rebel, 1910

Hintergrundfarbe der Vorderflügel dunkelbraun, Querlinien und Diskalpunkt sichtbar.

- f. transitoria Lempke, 1953

Vorderflügel-Hintergrundfarbe helles braun, Querlinien kaum sichtbar.

- f. rufescens Leraut, f. nov. (type)

Vorderflügeloberseite ockergelber Hintergrund mit grau-schwarzen Punkten gespickt, Körper ocker.

- f. holmgreni Lampa, 1885

Vorderflügeloberseite gelblich-braun bis ganz gelb-braun.

- f. suffusa Cockerell, 1886

Hintergrundfarbe der Vorderflügel dunkelbraun, dunkler Diskalpunkt sichtbar.

- f. obscurata Staudinger, 1901

Hintergrundfarbe der Vorderflügel dunkel bis extrem dunkel braun.

 

Es ist jedoch anzumerken, dass in anderen Werken dieselben Formen wieder anders benannt werden. Und dann existieren auch noch Übergangsformen dank der genetischen Variabilität vieler Arten, so dass man diesbezüglich nicht konsequent sein kann. Aus diesem Grund sind die Namen auch nicht offiziell geschützt.

 

Lebensraum: in Laub- und Mischwäldern, in Heckenlandschaften, in offenem Gelände; bis 1400 m. 

 

 

Fundorte:

Bild 1: CH VS Goppenstein 1216 m, Bahnhofunterführung am Licht

Bild 2: CH BE Hasliberg

Bild 3: CH Luzern

Bild 4 + 5: CH VS Col de Taney 1450 m